Trends und Statistiken


Elektromobilität auf den Punkt gebracht

Trends und Szenarien der Elektromobilität

Der Trend zur Elektromobilität ist unumkehrbar. Politische Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen gelten dabei als wichtiger Treiber. Wann genau der Tipping Point in Deutschland erreicht wird, hängt von einer Vielzahl von weiteren Faktoren ab. Die Kundenakzeptanz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Aus Kundensicht kommt der Kostenvorteil eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs im Sinne der Total Cost of Ownership (TCO) hinzu. Und nicht zuletzt führen in den nächsten Jahren geringere Batteriekosten und technologische Errungenschaften in der Produktion zur Egalisierung der Kostennachteile eines Elektrofahrzeugs gegenüber Wagen mit Verbrennungsmotoren. Neben einem niedrigerem Kaufpreis sind eine flächendeckende Ladeinfrastruktur sowie ein attraktives und breites Modellportfolio entscheidend.

Prognostizierte Verteilung alternativer Antriebsarten bis zum Jahr 2030 in Deutschland

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die Prognosen von Deloitte (2020)

In der Abbildung wird die prognostizierte Verteilung alternativer Antriebstechnologien in Deutschland bis zum Jahr 2030 dargestellt. Bis zum Jahr 2030 prognostiziert die Unternehmensberatung Deloitte, dass 6,35 Millionen Elektrofahrzeuge neuzugelassen werden (unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 8,5 Millionen). Ein Anstieg des Absatzanteils neuer Elektrofahrzeuge auf insgesamt 50% (im Vergleich zur absoluten jährlichen Neuzulassung) wird den Schätzungen zufolge im Jahr 2032 erreicht. PHEV verlieren ab 2025 zunehmend an Bedeutung und spielen ab 2030 keine entscheidende Rolle mehr am Markt BEV werden als Antriebstechnologie am stärksten nachgefragt - insbesondere für Klein- und Kompaktwagen 1 Millionen Neuzulassungen alternativer Antriebe innerhalb eines Jahres werden erstmals im Jahr 2030 erreicht. Als wichtige Treiber für die Marktentwicklung gelten u.a. der Umweltbonus (Kaufprämie), die Vorgaben zum Schadstoffausstoß, sinkende Batteriekosten sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Entwicklung der Modellvielfalt für elektrisch betriebene Fahrzeuge in Europa

Elektrofahrzeug Modelle nach Antriebsart

Quelle: Angaben und Prognosen der Europäischen Organisation für Verkehr und Umwelt (2020)

Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Modellvielfalt elektrisch betriebener Fahrzeuge nach Antriebsarten in Europa. Um möglichst viele Kundengruppen anzusprechen, haben Automobilhersteller in den letzten Jahren ihr Produktportfolio deutlich erweitert. Laut einschlägigen Prognosen werden rein batteriebetriebene Modellvariationen bereits im Jahr 2023 die Anzahl von Plug-in-Hybridmodellen überholen. Elektrofahrzeuge, die mit Brennstoffzellen betrieben werden (FCEV), nehmen eine eher marginale Stellung ein, da die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur noch fehlt und zu kostspielig ist.

Benötigte E-Autos zur Einhaltung der CO2-Emissionsziele in der EU 2030

Benötigte E-Autos zur Einhaltung der CO2-Emissionsziele in der EU 2030

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die Prognosen von Deloitte (2020)

Die neuen Emissionsziele der Europäischen Kommission geben vor, den CO2-Austoß bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent zu reduzieren. Seit dem Jahr 2020 gilt ein verschärfter Zielwert von 95 Gramm pro Kilometer, der zunächst von 95 Prozent der Neuwagenflotte eingehalten werden muss und dann ab 2021 für die gesamte Flotte gilt. Die Europäische Kommission setzt damit einen Anreizmechanismus für den verstärkten Absatz von Elektrofahrzeugen.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 394.632 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Gemäß übereinstimmenden Prognosen werden in Europa bis zum Jahr 2030 über 6 Millionen Elektrofahrzeuge abgesetzt. Die stetige Erhöhung des Absatzes rein batteriebetriebener Elektrofahrzeuge leistet dabei einen essentiellen Beitrag zur Reduzierung der derzeit vereinbarten CO2-Emissionen auf europäischer Ebene.


Prognostizierter Strombedarf für das Laden von E-Autos in Deutschland bis 2030

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die Prognosen von Boston Consulting Group (2021)

Laut den Prognosen der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) steigt das Umsatzpotential mit Stromverkauf an privaten oder öffentlichen Ladesäulen bei gleich bleibenden Marktpreisen in Deutschland von derzeit rund 300 bis 500 Millionen Euro (bei einem geschätzten Strombedarf von 1TWh) auf ca. 7 Milliarden € (bei einem geschätzten Strombedarf von 18 TWh) im Jahr 2030.

Prognostizierter Bedarf an öffentlichen Ladepunkten in Deutschland bis 2030

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die Prognosen von Boston Consulting Group (2021)

In aktuellen Schätzungen der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) wird davon ausgegangen, dass sich der Bedarf an öffentlich zugänglichen Ladepunkten innerhalb von 10 Jahren in Deutschland auf rund 400.000 Stück erhöht. Der Anteil an Ultraschnellladesäulen (HPC) mit einer Leistung von über 150 kW beträgt dabei den Prognosen zufolge ca. 12%.


Batteriepreisentwicklung

Batteriepreisentwicklung

Quelle: Angaben und Prognosen von Horváth & Partners (2020)

Batterien zählen zu den größten Kostentreibern bei einem Kauf eines Elektrofahrzeugs und haben damit einen entscheidenden Einfluss auf die Akzeptanz. Nach übereinstimmenden Prognosen wird der Preis für gängige Lithium-Ionen Batterien kontinuierlich sinken. Ab dem Jahr 2021 sind Preise unter 100 Euro pro Kilowattstunde zu erwarten. Fallende Batteriepreise führen folglich zu geringeren Kaufpreisen für Elektrofahrzeuge.